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1989 ging Nika Eterovic nach Berlin, um dort seine
Vision von einem mehrsprachigen, internationalen Ensemble
zu realisieren. Das so entstandene Wind Spiel Theater sorgte
vor allem mit dem über 7 Jahre anhaltenden Zyklus
»Café der Intuition« für Aufsehen
weit über Berlin hinaus. »Café der Intuition«,
das war ein Schmelztiegel für Künstler verschiedenster
Nationen.
Theater als Ort des Überlebens, als inspirierende Kraftquelle.
Eterovic nutzte die sprachlichen und kulturellen Hintergründe
der einzelnen Ensemblemitglieder, um eine neue, szenische
Ästhetik zu schaffen, und erforschte die Wechselwirkung
von Literatur und Bühne und in diesem Zusammenhang auch
die Wechselwirkungen mit anderen Künsten. Anstatt einer
starren Dramatik mit festgelegten Rollen zu folgen wird die
Bühne zum Ort der Montage verschiedenster Impulse; versteht
sich das Spiel als Matrix zur Artikulation von persönlich
Erlebtem, von sozial und historisch geformter Erinnerung.
Die Don Quijote-Trilogie stellt einen Höhepunkt dieser
Entwicklung dar. Auf der Grundlage literarischer Reflexionen
von Autoren wie Thomas Mann, Ludwig Tieck und Jorge Luis Borges
wird Don Quijote, der »Ritter von der traurigen Gestalt«,
zum Spiegel für die europäische Geschichte des 20.
Jahrhunderts, somit auch für Berlin, das wie kaum
eine zweite Stadt in diese Geschichte verwickelt war.
Email: n.eterovic@berlin.de
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