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Don Quijote ist ein literarisches Phänomen. Aber im
Gegensatz zu anderen weltberühmten Romanhelden entstand
aus Don Quijote ein Prototyp, der sich durch die projektiven
Fantasien seiner »Fans« aus der Romanvorlage seines
Schöpfers löste und dadurch zahllose Doppelgänger
gebar bzw. eine multiple Persönlichkeit entwickelte.
Wieso aber widmeten viele Maler und Bildhauer der Moderne
sowie zahlreiche Schriftsteller, Filmautoren oder Komponisten
des 20. Jahrhunderts Don Quijote ihre Aufmerksamkeit? Was
hat es mit Don Quijote auf sich, dass so viele Denker, so
viele Menschen sich mit diesem erbärmlich gerüsteten
und realitätsfremden Ritter identifizierten?
Das gesamte 20. Jahrhundert ist voll von »Don Quijoterien«.
Der »Ritter von der traurigen Gestalt« ist der
heimliche Star, die verdeckte männliche Symbol- und Leitfigur
des aufklärungs- und fortschrittsgläubigen, des
politisch brutalen und in ideologischen Widersprüchen
zerissenen 20. Jahrhunderts der westlichen Hemisphäre.
Verrückt?!
Angesichts der Fülle des Materials nähert sich
die Inszenierung der komplexen Rezeption von Cervantes
Don Quijote und seinen Doppelgängern, indem drei Stücke
an drei Orten gespielt werden. Drei »Fenster«
öffnen sich, die dem Zuschauer erlauben, verschiedene
Don-Quijote- Perspektiven wahrzunehmen.
In einer mehrstündigen Theater-Reise quer durch Berlin
können die Besucher zum reisenden Abenteurer werden und
eine bunte Palette von don-quijotesken Eindrücken sammeln.
Per Bus werden sie bequem von Spielort zu Spielort und von
Stück zu Stück geleitet und mit Essen und Trinken
versorgt.
Die drei Spielorte haben jeder für sich ein ganz eigenes
Flair. Sie spiegeln durch ihren besonderen Charakter den Inhalt
der Stücke wider. Teil 1 im Szene-Club »Deli«,
Friedrichshain, Teil 2 im Kinosaal des ehemaligen Staatsratsgebäudes,
Mitte, und Teil 3 im Gasometer, Schöneberg.
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